Ein zweiter Mond über Mariahilf
Für IP Österreich erschafft Medienkünstler Fritz Biedermann einen zweiten Mond, eine 3 Meter breite Lichtskulptur. artware hat das Projekt vermittelt und umgesetzt.

Über den Dächern von Mariahilf leuchtet neuerdings Abend für Abend ein zweiter Mond. Verantwortlich für dieses Phänomen zeichnet IP Österreich, der Vermarkter der RTL-Gruppe. Sie hat den noch jungen, aber bereits sehr erfolgreichen österreichischen Medienkünstler Friedrich Biedermann mit der Kreation des "Moonwalk", einer weithin sichtbaren Lichtskulptur auf dem Dach des Firmensitzes, beauftragt.
"Tag für Tag entscheiden sich 20 Prozent der TV-Seher für die Programme der RTL Gruppe. Damit sind wir ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft, des öffentlichen Lebens und ein Teil von Österreich geworden. Mit dem Moonwalk wollen wir sowohl unsere Präsenz visuell darstellen, als auch aktiv unseren Teil zur Belebung des Wiener Stadtbildes beitragen", erklärt IP Österreich-Geschäftsführer Gerhard Riedler die Beweggründe für das Engagement in zeitgenössische Kunst.
Der "Moonwalk", so Riedler weiter, "ist visionär und symbolisch zugleich. Das Wandeln auf dem Mond steht für das Erschließen neuer Terrains. Ein Ziel, das eine innovative Sendergruppe permanent verfolgt. Zudem ist der Mond sozusagen der Satellit der Erde. Und Satelliten sind wesentliche Standbeine des modernen Fernsehens", ist Riedler überzeugt.
Nachtschwärmer, die in der Gegend von Secession und Naschmarkt unterwegs sind, machen sich am besten selbst ein Bild vom so genannten "Moonwalk", Zeit dazu ist genug: Der neue Mond wird zumindest für die nächsten Jahre als Kunstobjekt im öffentlichen Raum erstrahlen.
"Moonwalk" schließt den Kreis vom Technischen zum Sinnlichen
Wie schon in seiner Werkserie "Displacer", die Biedermann als einziger bildender Künstler im Österreich-Pavillon auf der Expo 2010 in Schanghai präsentierte, stellt die Auseinandersetzung mit den innovativsten technischen Möglichkeiten unserer Zeit einen wichtigen Aspekt seiner Arbeit dar.
"Es schließt sich hier gewissermaßen der Kreis vom Technischen zum Sinnlichen, ist doch der Mond nicht nur verantwortlich für die Gezeiten, sondern berührt uns auch emotionell", erläutert Biedermann.
Für den Auftraggeber IP Österreich hat Biedermann auch eine "Partitur" geschrieben: Aus fragmentierten und abstrahierten Bildmarken und Logos, die schemenhaft, gleichsam aus dem Inneren des Mondes aufleuchten und wieder verschwinden.
Wer kann schon den Mond mit nach Hause nehmen?
"Aus Sicht eines Kunst-Consultants ist es sehr erfreulich, für einen aufgeschlossenen Auftraggeber wie IP Österreich Kunstprojekte entwickeln zu dürfen. Wenn Künstler Schöpfer neuer Welten sind, so können die Auftraggeber am Ende auch physisch etwas behalten. Und wer kann schon behaupten, sich den Mond mit nach Hause nehmen zu dürfen", zieht Raimund Deininger, Geschäftsführer der artware, eine positive Bilanz der Zusammenarbeit.
